Auf der Basis ihres großen Zusammenhalts - Campingplatz-Blanschen.de
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Auf der Basis ihres großen Zusammenhalts

Auf der Basis ihres großen Zusammenhalts

CHRISTIAN SCHÖNBERG 18.08.2016 MOZ, 

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1508405/

 

Dranse (MZV) Für Wolfgang Hartwig war er die Alternative zum ungeliebt gewordenen Zeltplatz am Königsberger See. Der Berliner Sebastian Schrank entdeckte ihn zufällig. Jörg Dehning aus Hamburg bekam die Empfehlung von einem guten Freund. Sie alle sind mit dem Naturcampingplatz “Blanschen” am Dranser See eng verbunden.  Jetzt sorgen sie sich um seine Zukunft.

Der Zeltplatz liegt auf städtischem Grund und Boden. Der langjährige Pächter hat zum Ende vorigen Jahres gekündigt. Die Stadt soll, so wissen die Camper, einen Berliner als Interessenten gefunden haben. Voraussichtlich im Oktober wird im Stadtparlament eine Entscheidung über die Vergabe fallen. Was dann auf die Camper zukäme, ist ungewiss.

“Wir lieben diesen Platz, weil hier alles durchlässig ist”, sagt Sebastian Schrank. Keine Hecken, Stellwände oder Mauern grenzen die Wohnwagen- oder Zeltplätze voneinander ab. Dementsprechend groß ist der Zusammenhalt. Keiner müsse sein Brötchen ohne Butter essen: “Wenn mal keine da ist, geht man einfach nach nebenan”, sagt Karsten Peschel, langjähriger Camper aus Wittstock. “Wir wollen nicht, dass jetzt eine reine Luxusfläche daraus wird.”

Auch deswegen sehen die Camper nicht tatenlos zu. Sie wollen den Dialog mit dem Eigentümer, der Stadt Wittstock – und sich selbst als, noch zu gründende, Genossenschaft als Partner anbieten. Beim Sommerfest zum 20.Geburtstags des Campingplatzes am Sonnabend soll darauf aufmerksam gemacht werden, welchen Wert das Naturcamping am Dranser See im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land hat.

Die Situation ist aber auch aus anderem Grunde nicht einfach. Denn für die Fläche am Ufer des Dranseer Sees gibt es einen Bebauungsplan (B-Plan), der Zweck und Nutzung definiert. Die Stadt will ihn nun umgesetzt sehen.Wolfgang Hartwig hat schon erfahren, was das heißt. “Ich hab’ früher unten am See gestanden”, erzählt er. “Den Platz musste ich aber räumen”, sagt der Kyritzer. Immerhin hat er noch eine Stelle auf dem geliebten Areal für einen Neuanfang gefunden. Das sei nicht jedem Gekündigten gelungen, sagt er. Die Camper haben Nutzungsverträge für ein Jahr – kein langer Zeitraum um Sicherheit für die Zukunft zu haben.

Allerdings ist ein B-Plan auch dazu da, um den Betrieb des Campingplatzes zukunftsfest zu machen, gibt der Wittstocker Landtagsabgeordnete Jan Redmann(CDU) zu bedenken. “Das macht auch Investitionen notwendig”, sagt er. Redmann wird Gast beim Sommerfest am Sonnabend sein: “Es ist wichtig, das Gespräch mit den Campern aufzunehmen”, sagte er. Es gelte, verschiedene Interessen gegeneinander abzuwägen: einmal eine Entwicklung des Areals hinzubekommen, zum anderen, die gewachsenen Strukturen in geordnete Bahnen zu lenken. “Es gibt Campingplätze, die stark ausgebaut sind, es gibt Plätze, die naturnäher sind”, sagt Redmann. Wenn die Camper zu Letzterem neigen, müsse dafür Verständnis aufgebracht werden.

Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos) wies am Donnerstag auf die Notwendigkeit des B-Plans hin: “Er sorgt für Rechtssicherheit vor Ort”, sagt er mit Blick auf Vorschriften bezüglich des Brandschutzes, der Abfallentsorgung und des Naturschutzes. 2009 sei der Plan gebilligt worden. “Danach gab es eine öffentliche Auslegung”, so Gehrmann. Jeder habe Anregungen dazu geben können. Mitte Mai 2014 wurde der Plan dann beschlossen.

In Bezug auf die Neuverpachtung habe die Stadt ebenfalls gesetzliche Vorschriften beachten müssen, so Gehrmann: Der Betrieb eines Wirtschaftsobjektes muss ausgeschrieben werden. “Wir haben einen privaten Interessenten, der sich frist- und formgerecht beworben hat”, so Gehrmann. Ob das Objekt auch an ihn vergeben werden, sei aber noch völlig offen, betonte er.

Das ist auch die Hoffnung, an die sich die Camper klammern. Für Sebastian Schrank ist der Campingplatz so, wie er ist, “hochmodern”. Klingt paradox, aber die Begründung ist einfach: “Großstädter suchen doch solch eine Platz wie diesen”, sagt er. Insofern wäre eine Umgestaltung ohne Augenmaß ein Rückschritt – für die Camper, aber auch jene, die in der Region Angebote haben wollen, die Berliner mehr als nur fünf Minuten weit weg aus der Stadt locken.

Das Sommerfest auf dem Naturcampingplatz “Blanschen” am Dranser See beginnt am Sonnabend, 20.August, um 11Uhr und endet um 21Uhr. Musik, Tombola, Essen, Trinken, Flohmarkt, Spiel und Spaß für Groß und Klein stehen auf dem Programm. Es gibt auch behindertengerechte Toiletten.